Dienstag, 11.08.2020

Mit Spaß und Freude wichtige Lebenserfahrung sammeln

Freiwilligendienstler unterstützen VfR Mannheim in Schulen und Kindergärten

(Bild: Edmund Nohe)

(mk) Dass der VfR Mannheim nicht nur aufgrund der 90 Minuten seiner aktiven Fußballmannschaften auf dem Platz definiert werden kann, sondern auch über eine soziale Ader verfügt, ist nicht neu. Vor allem die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen ist seit jeher eine Herzensangelegenheit der Blau-Weiß-Roten. Bereits 2015 gab es im Rahmen des Projektes „Sport und Verein“ gemeinsam mit dem Jugendförderverein Soccer Kids und zwei Schulen (Almenhof- + Pestalozzischule) die erste Kooperation. Diese wurde in den folgenden Jahren intensiviert. Ende Oktober 2018 waren es bereits sechs Kooperationsschulen. Aktuell steht der Verein mit 15 Schulen und einer Kita im Vertragsverhältnis. Ein wichtiger Baustein bei der Zusammenarbeit mit den jeweiligen Einrichtungen stellen Freiwilligendienstler der Rasenspieler dar. Seit 2018 bietet der VfR die Möglichkeit an, im Verein sein FSJ, Bufdi oder Praktikum zu absolvieren. Ca. 256 Wochenstunden wirken die Freiwilligendienstler in den Bildungsstätten, indem sie beim regulären Sport- und Schwimmunterricht den Lehrkräften unter die Arme greifen oder eigene Fußball/Ballsport AGs leiten. Allen Anschein nach machen sie dort einen richtig guten Job: „Das Feedback der Lehrer fällt zumeist sehr positiv aus“ unterstreichen die neun jungen Männer zwischen 19 und 22 Jahren. Hierbei schwingt auch ein wenig Stolz mit, denn schließlich übernehmen sie ohne berufliche Erfahrung oder abgeschlossene Ausbildung viel Verantwortung im Umgang mit den Schülern. „Sicherlich haben wir aufgrund unseres Alters auch ein Stein im Brett bei den Kindern. Die orientieren sich lieber an uns als an einem 50-jährigen Dozenten“ wird augenzwinkernd hinzugefügt. Aber auch bei den Kleinsten unserer Gesellschaft rufen die Jungs vom VfR helle Begeisterung hervor. Die Besuche in den Kindertagesstätten erwiesen sich bisher als ein voller Erfolg, selbst für die Erzieher. Diese gewähren den FSJler und Bufdis bei der Gestaltung ihres Programmes maximale Freiheit und zeigen sich über die bei den Kindern entfachte Begeisterung tief beeindruckt. Nach dem die ausgetragenen Fangspiele und Wettkämpfe in einem engen Gymnastikraum beendet wurden, sind die Kleinen richtig ausgepowert und wollen nach dem Mittagessen nur noch schlafen: „Wir spüren schon, dass Erzieher und Lehrer für unsere Unterstützung sehr dankbar sind“ wird von Seiten der Freiwilligendienstler betont.

Neben dem Engagement an Mannheimer Bildungseinrichtungen peilen die jungen Erwachsenen beim VfR fast allesamt einen Fußballtrainerschein an. Abends bittet der Verein zwei Mannschaften auf die saftig grünen topgepflegten Kunstrasenplätze, um ihre Übungseinheiten zu absolvieren. Das Training wird hierbei von den Freiwilligendienstlern geleitet. Aber auch die klassischen Vereinstätigkeiten machen vor den jungen Leuten nicht halt. Sei es die Digitalisierung, ein funktionierendes Passwesen oder die Organisation von Veranstaltungen. Ohne das Engagement und die tatkräftige Arbeit der Freiwilligendienstler ist dieses Pensum nicht zu bewältigen. Insgesamt werden für den Bereich Vereinsarbeit 75 Stunden pro Woche veranschlagt. Die Motivation, sich freiwillig beim VfR zu engagieren, ist vielschichtig. Einige müssen für ihr Fachabitur noch ein Freiwilliges soziales Jahr absolvieren, andere betrachten dies wiederrum als Teil eines Selbstfindungsprozesses und Orientierung. Die Einblicke in den Alltag sozialer und erzieherischer Tätigkeiten als auch in die Vereinsarbeit sind zumindest im ausreichenden Maße gegeben. Für jemanden, der später in diesen Berufsfeldern sein Heil suchen möchte, stellen derartige praktische Erfahrungen einen schier unbezahlbaren Mehrwert dar. In diesem einen Jahr werden aber nicht nur wichtige Erkenntnisse rund um den richtigen Umgang mit Kindergartenkindern und Schülern gesammelt. Auch ganz praktische Lehren für den Berufsalltag werden hier gezogen: „Pünktlichkeit wird ganz groß geschrieben“, betont FSJler Timo. Kollege Marc ergänzt: „Ohne Kommunikation würden wir nichts auf die Beine stellen können. Das Arbeiten im Team ist essenziell für unsere Tätigkeit“. Thomas fügt noch hinzu: „Es ist ja nicht so, dass alles auf Anhieb funktioniert. Häufig mussten wir feststellen, dass unsere ursprünglichen Vorhaben nicht auf die Art und Weise glückten, wie erhofft. Aber wir wurden immer dazu ermutigt, weiterzumachen und nicht aufzugeben. Die Erfahrung, dass Sachen auch mal schief gehen können und manchmal auch zwei, drei Anläufe notwendig sind, ehe das gewünschte Ergebnis herausspringt empfinde ich als sehr wichtig.“ Insgesamt sind sich alle einig, dass die Zeit beim VfR eine tolle ist, die neben all den wertvollen Erfahrungen auch noch eine gehörige Portion Spaß mit sich bringt.



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